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Google bekämpft Partnerlinks

August 22nd, 2007 · 1 Comment

Seit dem Frühjahr geht Google verstärkt gegen verkaufte Partnerlinks vor - noch sind die Folgen nicht ganz klar
Eine gute Platzierung in den Suchmaschinen ist bares Geld wert. Wer bei Google weit oben steht, erhält fast automatisch mehr Traffic. Kein Wunder also, dass vielen Website-Betreibern fast jedes Mittel recht ist, um ihre Position zu verbessern – auch wenn die Methoden schon deutlich im Grenzbereich angesiedelt sind. Eine davon ist es, den Pagerank durch Verlinken mit so genannten „Paid-Links” – den gezielten Einkauf von Links – zu manipulieren und so die Erhöhung der Linkpopularität der eigenen Seite zu erreichen.

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Was sind Paid-Links?
Bei Paid-links machen sich die Site-Betreiber das Pagerank-System von Google zunutze, das eine Site für besonders wertvoll hält, wenn viele Links auf diese Seite zeigen. Noch wertvoller wird die Site, wenn die Links von einer ihrerseits sehr wertvollen Site kommen. Der „Wert” drückt sich dabei im Pagerank, einer Zahl von 1 bis 10, aus. Besonders wertvoll sind wiederum Links, die von einer Startseite kommen. 

 Würde von der „Spiegel”-Homepage (Pagerank 8 ) also ein Link auf www.internetworld.de (Pagerank 6) weisen, dann würde die INTERNET WORLD in der Google-Gunst spürbar steigen. Findige Webmaster haben den Pagerank längst als Einnahmequelle erkannt. Gute Webseiten, die konsequent vermarktet werden, brachten es allein mit dem Verkauf von Paid-Links auf mehrere 10.000 Euro monatlich. dgIn den Google-Richtlinien ist diese Maßnahme schon immer als unerwünscht beschrieben worden, allerdings blieben die meisten dieser Aktivitäten ohne Folgen. Diesen Kurs änderte das Unternehmen dann im Frühjahr: Im April sagte Google den Paid-Links den Kampf an. Ähnlich wie für andere Arten des Suchmaschinen-Spamming, beispielsweise Cloaking, Brückenseiten oder das Einbauen von verstecktem Text, können User nun auch Seiten bei Google melden, die durch gekaufte Links ihre Platzierung im Index verbessern. Google geht aber auch aktiv vor und entwickelt die Algorithmen zur Identifizierung von Paid-Links stetig weiter grundsätzlich begrüßt Google Webseiten, die neben gutem Content auch Links auf andere Seiten liefern. Für den Nutzer stellt dies ja einen Mehrwert dar. Andererseits sollen Link-Farmen und der Handel mit Links, die dem Surfer nur Irrelevantes bieten, unterbunden werden. „Unser Ziel ist es, den Nutzern einen sauberen Index zu garantieren, der ihm relevante Ergebnisse liefert”, betont Stefan Keuchel, Sprecher des Suchmaschinen-Riesen Google Deutschland. „Relevanz steht bei uns im Vordergrund, deswegen bekommen Seiten, die am besten verlinkt sind, dubiose Angebote mittels gekaufter Links entsteht, behalten wir uns vor, diese Seiten downzuranken.” Sprich: Wer sich durch Linktausch- oder Linkkaufangebote in schlechte Nachbarschaft begibt, wird von Google aus dem Index genommen oder durch ein schlechteres Ranking bestraft.

Die Branche horcht auf
Für Agenturen heißt das, dass sie ihre Strategien ändern müssen, damit ihren Kunden nicht der Rausschmiss droht. „Bis jetzt wurde noch nicht aktiv gegen ‚Verstöße’ durch gekaufte Links vorgegangen.
Seit einiger Zeit wird das Bedrohungsszenario aber immer größer, von Google wird klargemacht, dass man ab jetzt handeln wird. Von nun an drohen Konsequenzen – vermutlich werden Präzedenzfälle geschaffen”, schätzt Axel Schönau, Managing Director von Global Media, die Situation ein. „Eine klare Ansage von Google gibt es aber noch nicht.” Dass der Pagerank durch Google herabgestuft wird, ist gerade für Agenturen ein großes Risiko.
Im Grunde trifft es die Kunden der Agentur sowie die Agentur gleichermaßen. „Möglich wäre es, dass Google mit dem Penalty 30 auf unsaubere Seiten reagiert”, spekuliert Christian Paavo Spieker, SEO-Profi und Vorstand der One Advertising AG in München. Bei einer Minus-30¬Penalty, die Google im Dezember 2006 einführte, wird der Pagerank 30 Tage lang um 30 Punkte im Index nach unten geschoben. Eine Art gelbe Karte mit der Google Webmastern vermittelt, dass schwerwiegende Sanktionen unmittelbar bevorstehen.
Zu beobachten war in letzter Zeit auch der Google „Schlucklauf”, ein Phänomen, das sich ähnlich auswirkt. Ohne ein ersicht- schwinden Websites für einige Tage in die hinteren Ränge des Index – und tauchen plötzlich, prominent wie eh und je, wieder auf. „Die Vermutung, dass dies als Reaktion von Google auf eine Pagerank-Manipulation zu sehen ist, ist aber in keiner Weise belegt”, sagt Spieker dazu.
Thomas Kaiser von Cyberpromote befürchtet, dass die Maßnahmen von Google viele Sites bedrohen, die von den zahlreichen Verlinkungen leben. „Das Kaufgeschäft mit Links wird ja nicht gänzlich ausgeschlossen, es kommt immer auf den Zweck der Links an. Aber eine Manipulation des Rankings durch Links auf Seiten mit hohem Pagerank werden wohl abgestraft.” Kaiser befürchtet jedoch, dass es auch Webseiten treffen wird, deren Betreiber davon gar nichts ahnen: „Sobald beispielsweise eine Agentur oder ein Dienstleister Subdomains der Kunden auch mit unsauberen Kauflinks belastet, ist besagter Kunde ungewollt und unbemerkt zum Mittäter geworden.
Nun muss man sehen, wie Google darauf reagiert.” Unklar ist noch, welche Folgen den Unternehmen drohen, die als Dritte in solch ein Szenario eingebunden werden. Insbesondere wenn ein Dienstleister seinen Kunden die Möglichkeit anbietet, für Teile der Website eine Subdomain nach dem Muster http://kunde.agentur.de oder umgekehrt einzurichten, besteht die Möglichkeit, dass das eine Angebot unter den Paid-Links des anderen leidet. „Für Suchmaschinen wird es zu viel Aufwand, allen Unterverlinkungen zu folgen. Wahrscheinlich wird die Kernseite abgemahnt – was sich natürlich auf alle Unterseiten auswirkt und das Netzwerk zusammenbrechen lässt”, mutmaßt Schönau von Global Media. „Noch ist nicht genau definiert, was man unter Partnerverlinkung zu verstehen hat – im Bereich E-Commerce können Affiliates und deren Verlinkungen, die von Google als Nichtmehrwert eingestuft werden, zum Stolperstein mutieren.”

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Veränderungen im Linkhandel
Gelassener sieht Bloofusion-Chef Markus Hövener die Google-Neuigkeit: „Noch ist in dem Sektor nicht viel passiert. Spannend wird es, wenn sich herausstellt, wer zur Rechenschaft gezogen wird.” Dazu hält sich auch Google noch bedeckt, gibt aber schon zu bedenken, dass natürlich beide Seiten – Linkkäufer und Linkverkäufer – eine schlechte Positionierung und somit finanzielle Einbußen befürchten müssen. Christian Schagen, Geschäftsführer der Link Lift Ltd, sieht der Zukunft des Linkhandels trotz alledem zuversichtlich entgegen: „Die Praxis des Linkhandels ist älter als Google. Dass das Geschäft jetzt gebrandmarkt wird, ist ärgerlich, da es häufig mit völlig anderen Intentionen betrieben wird als Google unterstellt. Auf die Webmaster kommt nun ein deutlicher Mehraufwand zu, der aber letztlich die Linkqualität verbessern wird. Die Admins sind gezwungen, stärker auf den inhaltlichen Bezug der Links zu achten. Der Einsatz gekaufter Links muss vorsichtiger gehandhabt werden.”
Schon im Griff hat Google die Handhabung von Footer-Links. Die Links auf Keyword-Basis, die ohne Kommentar am Ende der Seite gesetzt sind, werden von Google nicht mehr ausgelesen und haben keinen Einfluss auf den Pagerank mehr. Es müssen neue Strategien gefunden werden, die Google toleriert, darüber ist man sich einig. „Da beide Seiten ein kommerzielles Interesse verfolgen, wird es immer Experimente geben, um Google-konforme Mittel zu finden. Ein ständiges ‚Wettrüsten’ zwischen Webmastern und den Suchmaschinen”, erwartet Schagen.
Der Handel mit Links wird also nicht aufhören – aber er wird sich verändern. Denn auf eines konnten sich Marketeers bislang blind verlassen: Wenn Google Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Suchergebnisse ankündigte, wurden sie bislang auch immer umgesetzt. 

DANA HUBER

(Clipping aus Internetworld Business Augabe 17 - 2007)

Tags: Press Clippings · SEO

1 response so far ↓

  • 1 cspieker // Aug 27, 2007 at 3:32 pm

    Zitat von Google
    Wir sind stets darum bemüht, dass bei jeder Suche Ergebnisse mit höchster Relevanz zurückgegeben werden. Aus diesem Grund bitten wir die Betreiber von Websites, ihre Inhalte so zu gestalten, dass sie sowohl für Nutzer als auch für Suchmaschinen leicht verständlich sind. Leider handeln nicht alle Website-Betreiber im Interesse der Nutzer. Einige Betreiber versuchen, einen Seitenrang durch bezahlte Links, die auf ihre Websites verweisen, zu kaufen. Der Kauf von Links zur Verbesserung des Seitenrangs verstößt gegen unsere Qualitätsrichtlinien.

    Google verwendet verschiedene Methoden - einschließlich algorithmischer Prozesse -, um bezahlte Links aufzuspüren. Darüber hinaus begrüßen wir Meldungen unserer Nutzer. Falls Sie eine Website kennen, die Links kauft oder verkauft, teilen Sie uns dies bitte über die unten stehenden Felder mit. Wir untersuchen den Sachverhalt und werden mithilfe Ihrer Daten unseren Algorithmus zur Aufdeckung bezahlter Links verbessern.

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